
Der größte Poet
Schon den klassischen Homer
plagten Eifersüchte sehr!
Walter von der Vogelweide
sagt: „Ihr wisst nicht, wie ich leide!“
Selbst Hans Sachs, der alte Schuh-
macher findet keine Ruh’.
Schiller, Klopstock, Goethe, Lenau
sagten immer „Es ist genau
unser Kummer schon seit Troja,
jene Kampfesstätte, wo ja
alle Dichterkonkurrenzen
traurig wedeln mit den Schwänzen;
denn auch wenn ich wütend bocke:
weit bekannter als die Glocke,
wo ich suchend hin- und herseh’,
nenn ich die AchillesVerse!!
Zedernholz
Ich glaube, ein jeder kennt sicher die Zeder
von Bleistiften und von Zigarrenkisten;
doch wo sind die Menschen, die noch etwas wüssten
von jenem gewaltigen Baum dort – vor Troja
??
Da sprach eines Tages Epeios: „Oho, ja,
aus der Konifere, da bau’n wir ein Pferd,
das hat sich als Kriegslist noch immer bewährt.
Als Rammbock, da könnte das Tor er nicht sprengen,
per List wird der Baum uns mit Lorbeer behängen…
Schnell fället mir diesen gewaltigen Riesen
und baut häusergroß uns ein prächtiges Ross –
nur um es am Rande zu erwähnen:
Mit Hohlraum im Bauch für 3 Dutzend Hellenen!“
Ihr kennt die Geschichte, was soll ich mich quälen,
die ganze Affäre hier lang zu erzählen…
Nur, dass kein Chronist dieses
Baumes gedenkt,
das hat wohl noch jeden Naturfreund gekränkt!
An alle Extraterristen!
Halloooo, das müsstet ihr doch kennen,
denn das ist international!
Ich kann euch nicht beim Namen nennen,
doch sicher habt ihr auch Antennen,
die sind bestimmt nicht nur global?!
Lest ihr die Zeilen, gebt ein Zeichen
und sendet dreimal einen Strich!
Ich will nicht mehr vom Hörer weichen,
lasst nur nicht zuviel Zeit verstreichen,
am besten funkt allabendlich!
Ich klag nicht über Langeweile,
doch so ein Gruß von euch wär toll!
Wenn ich dann in den Weltraum peile
und ich empfange eine Zeile
mit euren Strichen – wundervoll!!
Sei so nett, sei ein Sonett
Was dem Menschen die Natur gegeben,
von der Sohle bis hinauf zum Scheitel,
macht ihn – nicht zu Unrecht – etwas eitel
und befähigt ihn, vergnügt zu leben.
Doch, um etwas noch hervorzuheben,
nenn ich explizit des Menschen Hände:
Was er damit schuf füllt tausend Bände,
Werkzeug für sein unermüdlich Streben.
An den Händen aber sind’s die Finger,
die ihm, zehnfach spielend, Freude machen,
zart beim Geiger und robust beim Ringer,
können großes Glück wie Schmerz entfachen,
und so sind die wundersamen Dinger
Anlass oft zum Weinen, oft zum Lachen.
Paradiese
Melodie: Da streiten sich die Leut’ herum…
Als Gott die schöne Welt erschuf,
war Schnee ganz unbekannt,
die Menschen sind auf dieser Stuf’
nur nackert rumgerannt.
Doch wegen eines Apfels wies
ein Engel sie hinaus!
Ade, du schönes Paradies,
der warme Traum ist aus…
Seitdem ist es im Winter kalt,
man fror, dass Gott erbarm,
da blieb man in der Bude halt
und macht sich’s mollig warm.
Doch musst man raus, so war’s ein Graus,
den jeder gerne mied.
So wirkte sich der Apfel aus
bis in das x – te Glied…
Doch heut, o Wunder, ist gebannt
der alte Götterfluch,
und fällt der schöne Schnee im Land,
so kriegt man nicht genug!
„O Langlaufloipen, Pistenglück,
euch macht uns keiner mies“,
frohlockt der Mensch und kehrt zurück
ins weiße Paradies…
Es war einmal…
Lang ist der Geschichte Lauf –
vorerst hört sie auch nicht auf.
Siegelbäume, Trilobiten,
Ichtyosaurier, Ammoniten,
Urpferd, Archäopteryx – –
alle sind schon längst beim Styx…
Adam, Eva, Kain und Abel,
jeglich’ Volk vom alten Babel,
Moses selbst und die Propheten
gingen eines Tages flöten.
Asterix und Hasdrubal – –
alle, alle war’n einmal.
Cheops, Alexander, Minos,
Herostratos, Mykerinos,
Nofretete, Echnaton
machten sich schon lang davon. Alexander und Darius,
Urbans und diverse Pius’,
Cäsar, Nero, Hannibal –
alle, alle war’n einmal.
Buddha, Mohammed und Luther,
Platon, Ödipus nebst Mutter,
Alter Fritz und August Thyssen
haben längst ins Gras gebissen.
Viele ..zig Milliarden gingen,
ob sie gleich am Leben hingen:
Weiße, braune, schwarze, gelbe –
allemale war’s dasselbe,
immer gilt der gleiche Fall:
Alles, alles war einmal…
Mir erscheint es wie ein Wunder:
Die Milliarden gingen unter –
kann es solchen Zufall geben –
wir in dieser Runde leben?!
Kleine Ursachen, große Wirkungen
Melodie: Bolle reiste jüngst zu Pfingsten
Der Willi lenkt erfahren den Bus entlang der Schlucht,
die 70 Leute starren und murmeln: „Ei, verflucht!“
Ein Staubkorn in der Nase: Der Willi niest und bebt…
So kam er von der Straße und niemand überlebt!
Das Schneebrett hochgeschichtet, die Schlucht so eng und schmal,
das Dörfchen wird vernichtet, fährt dieses Brett zu Tal!
Jetzt fällt die letzte Flocke, der große Rutsch beginnt:
Beim Sturze schlägt die Glocke für Mann und Maus und Kind…
Ein Spermium beieilt sich, das Ziel ist ziemlich nah,
sieh da: die Zelle teilt sich im fernen Korsika.
Europa brennt und Tote gibt’s mehrere Million’!
Das Spermium es drohte: Bald kommt Napoleon!
Ins Auge flog die Mücke, Annette stieg vom Rad,
ein junger Mann zum Glücke, er half mit Rat und Tat:
Ein Sacktuchzipf aus Seide erlöste sie gelind – –
und jetzt bekommen beide schon bald ihr drittes Kind!
Per Zufall sah ein Lehrling auf des Direktors Schoß
die fesche Sekretärin, den hübschen Busen bloß.
Er sprach: „Ich sag’s nicht weiter, ich habe nichts
gesehn!“
Er wurd’ Abteilungsleiter, ja, ja so kann es gehen…
Manoman
Melodie: Wer das Scheiden hat erfunden
Was die Strafgesetze sagen
das versteht sich von allein,
überflüssig alle Fragen:
Finger weg! Das lässt du sein!
Doch im ganz normalen Leben,
so wie einst, so hier und jetzt,
kann es schlechte Noten geben,
auch wenn kein Gebot verletzt!
Dabei kommt’s auf Paragraphen,
auf Gesetze gar nicht an:
Finger droh’n und Blicke strafen,
und man hört das Wörtchen: man!
Man tut jenes nicht und dieses,
hörst du schon als kleines Kind;
wär’s auch noch so schön, man ließ es,
weil die Folgen schrecklich sind.
Nein, man bohrt nicht in der Nase,
quetscht kein Pickel im Gesicht!
Niemals durch die Wohnung rase,
nein, mein Kind, das tut man nicht!
Jedes Kraftwort soll man meiden,
darf nicht rülpsen, dass ihr’s wisst,
und die Nägel soll man schneiden
nur, wenn man alleine ist.
Niemals geht man rechts vom Gaste,
reicht der Dame keine Hand!
Macht man’s trotzdem, Mensch, dann haste
immer einen schweren Stand,
Man vermeide stets zu gähnen,
man zieht nie die Nase hoch,
und – als letztes zu erwähnen:
Man liebt nur im Ehejoch!
Das wär’s gewesen…
Sie liebte ihn sechs Jahre schon
so wild, so stark, so innig,
seit er auf ihres Herzens Thron,
sagt sie, erglüht wie roter Mohn,
„Für ewig dein, das bin ich !“
Doch heiße Liebe jäh erlischt,
sie dachte: ich erwürg ihn:
Champagner sah sie aufgetischt
als sie ihn splitternackt erwischt
im Bett mit ihrer Türkin…
In Ihren Augen war zu lesen:
Das wär’s gewesen…
Er war der Eltern ganzer Stolz,
wenn auch recht unbegründet,
der Vater war aus hartem Holz,
er werde Arzt, die Mutter wollt’s,
hat’s jedermann verkündet.
Aus seiner Schule kamen Briefe,
sie waren in der Regel blau:
Warum er in den Stunden schliefe,
auch fehle ihm des Ernstes Tiefe
und seine Mitarbeit sei lau.
Im Abschiedsbriefe war zu lesen:
Das wär’s gewesen…
Äpfelchen
Ein Mensch, das erste Exemplar,
mit seinem Weibe fröhlich war.
Die Arbeit war ihm unbekannt –
grad so, wie im Schlaraffenland.
Da sah er einen Apfelbaum;
zugleich erschien am Himmelsraum
ein zornig Wesen, welches grollte,
sobald er Äpfel pflücken wollte.
So ließ er’s bleiben, doch sein Weib
hatt’ nicht nur einen feschen Leib,
nein, auch noch einen starken Willen:
Sie wollte ihre Neugier stillen
und grapschte sich die schönste Frucht,
reicht sie dem Manne, lacht verrucht – –
und schon beim ersten kleinen Biss
ein Blitz das Himmelszelt zerriss!
So scheiterte des Schicksals Gunst
an eines Weib’s Verführungskunst,
und so zerbrach der Menschheitstraum
an einem simplen Apfelbaum…
Jahrtausendschwüre
Schon in normalen Neujahrsnächten
erflehn wir von den Schicksalsmächten
besondre Günste, doch wir wissen,
dass wir was dafür tuen müssen!
In diesen Dingen Hochgeübte
versteigen leicht sich zum Gelübde:
Bei Sekt und mit verklärtem Blick
lässt man die alte Zeit zurück!
2000 gar, die Sondernacht,
hat viele Sünder wach gemacht
und sie verkünden unter Eiden,
dass sie die Laster künftig meiden!
Der Otto kneift der süßen Susen
in Zukunft weder Po noch Busen,
und Willi sagt: Ich geh beim Tanze
von nun ab nicht mehr gleich aufs Ganze...
Marieluis hingegen schwört,
nur noch zu tun, was sich gehört!
Das heißt bei ihr: Für alle Zeit
Verzicht auf jede Tätigkeit!
Auch Wolfgang, Freund von Tal und Hügeln
will künftig seine Blicke zügeln,
ja, Günter gar, ein ganz, ganz Schlimmer,
schwört: Solche Verse schreib ich nimmer!
Der Willibald hört auf mit Rauchen,
der Rolf will nie mehr Schnaps verbrauchen,
die Ilsebill, ein knackig Weibchen
verschenkt nur monogam ihr Leibchen.
Der Gastwirt Willi füllt das Bier
in Zukunft bis zum Striche hier!
Sein Kellner Otto will verzichten,
noch zwei, drei Pils hinzuzudichten.
Der Herzchirurg wird für die Klappen
nur noch den echten Preis berappen!
Politiker versprechen nimmer
wovon sie keinen blassen Schimmer.
Der Papst sagt, was im Ehebett
ihr künftig treibt, ist stets honett.
Nur Luzifer, der böse Bube,
heizt kräftig die Besucherstube.
Na, und was wird aus all den Schwüren –
an Folgen gibt es nichts zu spüren!
Der alte Adam bleibt sich treu,
auch Eva wird nicht brav und neu.
Auf jeden Vorsatz wird gepfiffen
und kräftig in den Po gekniffen,
es wird geraucht und auch gesoffen:
Ein fröhlich Laster – Ende offen...
Drum sind wir ehrlich und verkünden:
Ein Leben völlig ohne Sünden,
das wär’ auch im Millennium 3
ein öder, ungewürzter Brei...
O Tannenbaum 2000
O Tannenbaum o Tannenbaum, wie treu sind deine Nadeln.
Du grüntest froh zur Sommerszeit
und auch im Winter, wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, an dir gab’s nichts zu tadeln.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, jetzt fängst du an zu gilben!
Es ist kein Käfer, der dich frisst,
kein Pilz, der dir zum Schaden ist.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, kein Frost und keine Milben.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, wer hat dich so behandelt?
Wir selber sind’s , die unbedacht
seit Jahren schon dich krank gemacht.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie hast du dich verwandelt.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, du sei uns eine Lehre,
dass deiner Nadeln stummer Schrei
der Weg zur großen Umkehr sei.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, auch wenn es doch so wäre…
Chinesische Weisheit
Willst du einen Abend glücklich sein,
öffne eine gute Flasche Wein!
Willst du glücklich sein ein ganzes Jahr,
führ ein hübsches Weib zum Traualtar.
Aber Glück fürs ganze Leben
wird dir nur dein Garten geben.
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